Zur Bedeutung verständlicher Sprache in der Politik

 

Der nachfolgende Text ist ein Auszug aus der Rede der Bundestagspräsidentin Bärbel Bas zu deren Amtsantritt: 

„… Politik ist nur dann gut, wenn sie verständlich ist! Das ist ein großes Versprechen der Demokratie. 

Und das hat viel mit unserer Sprache zu tun. Verstecken wir uns nicht hinter einem komplizierten Fachjargon. Hinter der Meinung von Expertinnen und Experten.

Ich wünsche mir, dass wir schwierige juristische Fragen, mit denen wir es zu tun haben, in die Sprache übersetzen, die in unserem Land gesprochen und verstanden wird.  

Es liegt an uns: Wir können zeigen, dass wir Abgeordnete sind, die zuhören. Und ein Parlament, dem zugehört wird!

Wir brauchen dazu Worte, bei denen Zuhören Freude macht. Weil sich aus unseren Debatten erschließt, dass wir uns hier im Bundestag mit Fragen beschäftigen, die für die Zukunft aller Menschen in unserem Land wichtig sind! Wir können über unsere Sprache zeigen, dass wir das Wohl aller im Blick haben!

Wer mit Gewinn zuhört, wer versteht, worum es hier in diesem Haus geht, wird auch das Gespräch suchen. Den Austausch mit uns, den gewählten Abgeordneten. Wer merkt, dass wir diesen Austausch ernsthaft wollen, wird sich auf uns einlassen. Wird mitdenken, über politische Entscheidungen mit uns streiten wollen. Und nicht gleich losschreien, dagegenhalten, andere niedermachen.

Das brauchen wir: Die Einladung an möglichst viele Menschen, mitzumachen. Wir haben dafür neue Beteiligungsformen: die Bürgerräte sind ein Format, das Teilhabe ermöglicht. So wünsche ich mir die kommende Legislaturperiode im Deutschen Bundestag: offen und lebendig.

Dann sind immer noch nicht alle einer Meinung – natürlich nicht! Aber dann haben wir eine Chance, Politik wieder als gemeinsames Ringen um Wege in die Zukunft zu begreifen.

Dafür stehe ich – für das respektvolle Miteinander. Für eine verständliche Politik. Für ein Parlament, das die Politik hinausträgt in die Gesellschaft. Bringen wir die Debatten, die wir unter dieser Kuppel führen, in unsere Wahlkreise: zu mir nach Duisburg genauso wie nach Greifswald oder nach Passau – oder in viele andere schöne Orte in unserem Land. …“

 

Quelle: BULLETIN DER BUNDESREGIERUNG, Nr. 132-3 vom 26. Oktober 2021