Boys and Books

Boys and Books

bab_logo

Im vergangenen Monat wurde in unserer Kolumne das Lesen insbesondere bei Jungen behandelt. Über dieses Thema hat die Wissenschaftlerin Fr. Prof. Dr. Christine Garbe lange Zeit geforscht und 2012 zusammen mit dem Kinder- und Jugendbuchautor Frank Maria Reifenberg das Projekt Boys & Books gegründet. Inzwischen liegt die Leitung bei Frau Prof. Dr. Ina Brendel-Perpina vom Fachbereich Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, aber die Ziele sind unverändert. Wir möchten die wertvolle Arbeit des Projektes hier kurz vorstellen.

In Deutschland gibt es viele Initiativen, die sich der Leseförderung verschrieben haben. Auch Boys & Books will die Lust am Lesen wecken, aber die Vorgehensweise ist besonders strukturiert. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden so aufbereitet, dass sie für die Leseförderung von Jungen nützlich sind. Im Fachjargon nennt man die Aufarbeitung von Forschungsergebnissen für die Öffentlichkeit Wissenstransfer.



bab_headerUntersuchungen haben ergeben, dass es neben vielen Gemeinsamkeiten auch Unterschiede im Leseverhalten von Jungen und Mädchen gibt, vor allem in bestimmten Altersgruppen. Zum Beispiel ist es für Jungen wichtig, sich in Büchern mit einem männlichen Helden zu identifizieren. Jungen bevorzugen andere Genres, etwa Humor und Spannung. Auch konkurriert bei Jungen im Freizeitverhalten das Lesen mit Computerspielen und anderen Medien, was sich bei Mädchen weniger ausschließlich darstellt. Auf der Grundlage solcher Untersuchungsergebnisse spricht Boys & Buchempfehlungen für Jungen aus.

Praktisch ist die Vorgehensweise, dass zahlreiche Rezensenten neue Kinder- und Jugendbücher von rund 50 Verlagen daraufhin prüfen, ob die Bücher Leselust bei Jungen wecken können. Zweimal im Jahr werden Top-Listen auf der Internetseite boysandbooks.de veröffentlicht. Eine Jury mit zahlreichen Rezensenten zeichnet besonders gelungene Jugendbücher aus und leitet daraus Empfehlungen für Jungen in vier Altersgruppen und 13 Genres ab. Aktuell wird daran gearbeitet, auch Jugendliche als Rezensenten zu gewinnen.

Wir vom Spaß am Lesen Verlag freuen uns darauf, die Forschungsergebnisse in unsere Arbeit einfließen zu lassen, damit wir mit unseren Büchern noch mehr Menschen fürs Lesen begeistern können.