Frauen, die die Welt veränderten

Wer in alten Geschichtsbüchern blättert, findet vor allem Namen von Männern. Als wenn es nur Männer waren, die für die Veränderungen, Entdeckungen und Erfindungen sorgten, die später „unsere Geschichte“ werden sollten. Das ist natürlich merkwürdig, denn Frauen hatten schon immer ihren Platz auf der Weltbühne. Manchmal etwas weniger sichtbar, doch auch hinter den Kulissen Einfluss auszuüben kann die Geschichte in Bewegung bringen.

Florence_Nightingale_Skulptur

Gerade für Gruppen, die wenig Bildung genossen haben – vielleicht sogar bedingt durch Leseschwierigkeiten – ist es wichtig zu sehen, dass der Fortschritt, den wir bisher verzeichnen, genau so gut das Ergebnis der Anstrengungen von Frauen wie von Männern ist. Dass die gleiche Verteilung von Mann und Frau nicht nur ein Bestreben für die Zukunft ist, sondern dass es sie eigentlich schon immer gab.

Grund genug für uns, eine neue Reihe zu starten: Starke Frauen. Eine Reihe, in der wir die Lebensgeschichten von Frauen veröffentlichen, die alle auf ihre eigene Weise der Geschichte ihren Stempel aufgedrückt haben. Nicht, indem sie Kriege gewonnen oder ganze Kontinente terrorisiert, sondern indem sie auf ihre einzigartige Weise den Lauf der Geschichte grundlegend verändert haben. Die Bücher sind natürlich in Einfacher Sprache. Und geschrieben und erdacht von unserer herausragenden Autorin Marion Döbert. 

Florence Nightingale, die Mutter der Krankenpflege, war eine von diesen Frauen. Wir kennen sie als Pflegerin der Verwundeten im Krimkrieg. Die Frau mit der Lampe, die abends noch die Kranken besuchte. Jeder kennt dieses Bild.

Sie war Krankenpflegerin in einer Zeit, in der Krankenpflege noch kein Ausbildungsberuf war. Und Florence Nightingale war so viel mehr. So entdeckte sie während ihrer Arbeit, dass die allermeisten Soldaten nicht in Folge der Kriegshandlungen starben, sondern durch den Mangel an guter Krankenpflege. Dass der Mangel an Hygiene oft die Todesursache war, und nicht die Kriegswunde selbst.

 

Cover_Florence_NightingaleSie brachte ihre Erkenntnisse in ein Diagramm und führte damit die Verwendung von Statistiken im Gesundheitswesen ein (und wurde anschließend die erste Frau in der Royal Statistic Society). Außerdem schrieb sie Bücher, wie das erste moderne Handbuch über die Pflege von Kranken. 

Ihre Auffassung, dass Gesundheit nicht nur die Abwesenheit von Krankheit ist, sondern die Situation, in der ein Mensch all seine Talente entfalten kann, hat die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) maßgeblich bestimmt. Ihr Geburtstag am 12. Mai ist darum zum Internationalen Tag der Pflege und der Pflegenden ernannt worden.

Florence Nightingale war eine ganz besondere Frau, die starken Einfluss hatte auf große Denker nach ihr. Sie war so viel mehr als das Bild der devoten Pflegerin, das wir noch immer von ihr haben. Zurecht wird sie nun die erste in unserer neuen Reihe Frauen, die die Welt veränderten.

 

Erscheinungstermin Herz ohne Grenzen, das Buch über Florence Nightingale in Einfacher Sprache, voraussichtlich Anfang Juni 2021. Jetzt vorbestellen