Lieber Literatur als Managementbücher

Man kann besser Literatur lesen als ein Managementbuch“

Manchmal entdeckt man in der Zeitung ein echtes Juwel. So las ich kürzlich in einer bekannten Zeitung eine auffallende Aussage von einem CEO eines großen (ausländischen) Unternehmens, das mit Chemikalien handelt. Ein schönes Gespräch mit jemandem, der weiß, was er will, und weder Trara noch eine hochgestochene Sprache braucht.

Die Aussage wird in dem Zeitungsartikel ausführlich besprochen. Auf die Frage, ob er manchmal ein Managementbuch lese, antwortet der CEO: „Nein, nie. Man lernt nichts daraus, finde ich. Man kann besser Literatur lesen. Oder ein anderes Sachbuch, aber kein Managementbuch. Man lernt mehr über die Menschen, wenn man Literatur liest. Und ganz nett kann auch mal ein Buch sein über jemanden, der Erfolg hatte. Zum Beispiel über Steve Jobs. Aber diese how-to-Bücher sind nur Unsinn.“

vielleicht kein Zufall also, dass das Unternehmen, das dieser Mann führt, auch Anteile an anderen Unternehmen hat. Dazu gehört auch ein Verlag. Ihr Mission Statement beginnt mit der Aussage, dass Qualität und Spaß am Lesen am wichtigsten sind.

Qualität und Spaß am Lesen. Das sind die beiden wichtigsten Stützen bei jeder Art der Leseförderung, die erfolgreich sein will. Es ist toll und man nimmt etwas mit. So las ich auch über einen Autor, der sich sorgte, dass immer weniger gelesen wird, und der sich dann für den Frontalangriff entschied, „mit der Pistole auf der Brust zum Lesen zwingen, weil es so wichtig ist“. Ich verstehe seinen Frust (schließlich geht es auch darum, wie er sein Geld verdient), aber ich finde es höchst fraglich, ob man mit „müssen“ in diesem Land weiterkommt.

Keine Menschen zum Lesen zwingen, sondern dafür sorgen, dass sie selbst gerne zum Buch greifen und danach am besten direkt zum nächsten: Das ist genau das, was wir beim Spaß am Lesen Verlag seit Jahren wollen und unterstützen. Das Bewusstsein dafür, dass man, will man Menschen zum Lesen bringen, ihnen etwas Ansprechendes zu lesen anbieten sollte, ist nur langsam durchgedrungen. Erwachsene Leseanfänger mussten, bevor es uns gab, zurückgreifen auf Geschichten, die für kleine Kinder geschrieben waren. Das war natürlich eher entmutigend und das gerade, wo man es doch erwachsenen Anfänger so leicht wie möglich machen muss.

Wie wichtig das ist, hören wir fast täglich von den Lesern unserer Bücher, aber auch von Schulen und Bibliotheken. Der rote Faden, der sich durch all unsere Bücher zieht: Das Lesen macht Spaß. Das schönste Kompliment, das wir bekommen können!

Und dass man dann auch noch – genau wie der offenherzige CEO – etwas mitnimmt, das ist doch ein netter Nebenverdienst.