Die Bedeutung von Lesen in der Freizeit

Die Bedeutung von Lesen in der Freizeit

 

Deutschland ist bereit, funktionalen Analphabetismus endlich gezielt zu bekämpfen. Die Nationale Dekade zur Alphabetisierung und Grundbildung wirft langsam Früchte ab. Für die kommenden Jahren stehen hierzu 20 Millionen Euro zur Verfügung.

Dennoch fällt bei allen neuen Initiativen eine Sache auf: Fiktive Literatur als Mittel, um besser lesen zu lernen, wird bei fast jedem Ansatz vernachlässigt. Das ist merkwürdig: Bücherlesen bringt Menschen mit einer Leseschwäche nachweislich voran – sowohl ihre Lesefähigkeit als auch ihre Sprachkompetenz verbessert sich durch Lesen enorm.  

Ich liefere gerne die Fakten zu meiner These: Die Universität von Leiden hat eine in den Niederlanden bahnbrechende Studie veröffentlicht. Darin untersuchen die beiden Wissenschaftler Mol und Bus die Bedeutung des Lesens in der Freizeit bei Jugendlichen. Die Ergebnisse geben auch wertvolle Hinweise in Bezug auf leseschwache Menschen.

Die Resultate: Jugendliche, die regelmäβig in ihrer Freizeit zum Buch greifen, schneiden im Durchschnitt bei Lese- und Sprachtests besser ab.  Das Lesen von Büchern wirkt sich selbst positiver auf Wortschatz, technisches Lesen und Rechtschreibung aus, als dies durch schulische Aufgabenstellungen in der Regel der Fall ist. Diese Tendenz bestätigte sich am deutlichsten bei schwachen Lesern am. Das Credo der Wissenschaftler lautet deshalb auch: Motiviert schwache Leser, regelmässig in ihrer Freizeit ein Buch zu lesen. Und unterstützt sie dabei, Bücher zu finden, die sie neugierig machen und ansprechen.

Die wisschenschaftliche Studie von Mol und Bus sollte in allen Ländern, die aktiv gegen funktionalen Analphabetismus angehen, zum Standardwerk ausgerufen werden Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, das Angebot an ansprechender fiktionaler Literatur stetig auszubreiten. Hierbei spielen auch die Bibliotheken eine groβe Rolle.

Der Spaβ am Lesen Verlag nimmt sich dieser Herausforderung an. In den vergangenen fünf Jahren haben wir ein breites Angebot an verständlicher Literatur für den deutschen Buchmarkt schaffen können. Jetzt geht es darum, diesen Ansatz weiter zu vertiefen und auszubauen. Das kostet übrigens nur einen Bruchteil im Vergleich zu den üblichen edukativen Mitteln zur Bekämpfung des funktionalen Analphabetismus. Leider schweigen die Alphabetisierungspläne aller Länder bislang in diesem Punkt.

 

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