Wie wir Bücher machen

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Vergleich Originaltext und Literaturvereinfachung

Siegfried Lenz: Schweigeminute

 

 

 

 

Original:

Mit dieser Begründung, Stella, gab ich mich jedenfalls nicht zufrieden, ich hielt sie dir noch einmal vor, als wir dann unter den Kiefern lagen, an jenem warmen, windstillen Nachmittag. Wir lagen nebeneinander, nur mit Badeanzügen bekleidet, ich streichelte deinen Rücken. Ich wollte wissen, warum sie am Wettschwimmen nicht teilnehmen wollte, und sie sagte: "Ganz einfach, Christian, ich durfte nicht gewinnen. Wenn die eigene Überlegenheit zu groß ist, darf man sie nicht ausspielen, das wäre unfair, ein Gratissieg." Ich wollte ihr nicht zustimmen, hielt ihre Begründung für herablassend, für hochmütig. ich sagte: "Die Überlegenheit ist doch etwas, was man sich erworben hat, ein redlicher Besitz." Sie lächelte und seufzend sagte sie: "Ach, Christian, die Voraussetzungen müssen stimmen, wenn du ein stimmiges Ergebnis haben willst, müssen die Voraussetzungen stimmen." Sie küßte mich, es war ein eiliger Kuß, dann sprang sie auf und ging mit tänzelnden Schritten zum Wasser. "Los, komm mit." Drängend, uns wendend, strebten wir ins Tiefere, wir faßten nach einander, ich zog sie an mich und preßte mich an ihren Körper und hielt sie umklammert.

 

Literaturvereinfachung:

Du erzählst mir von deinen
Schwimm-Wettbewerben, Stella.
Wir liegen unter den Kiefern am Strand.
In einer warmen Sand-Kuhle unter den Bäumen.
Die Kiefern duften.
Es ist warm und windstill.
Du küsst mich und springst auf.
Wie eine Tänzerin gehst du ins Wasser.
Ins tiefere Wasser gehen wir.
Wir fassen nach einander.
Wir drehen uns.
Ich ziehe Stella an mich.