Romeo und Julia

Artikel-Nr.: 978-3-9813270-8-3

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Durchschnittliche Bewertung: 4
vorstellbar in Unterrichtsreihe, in der jede/r ein klassisches Theaterstück lesen soll
von am 12.07.2019
Shakespeares Original spielt in Verona im 16. Jahrhundert. Die Familien Montague und Capulet sind miteinander verfeindet. Bei einem Ball der Capulets, auf den sich Romeo und sein bester Freund Mercutio mit Masken einschleichen, sieht Romeo Julia zum ersten Mal, tanzt mit ihr und verliebt sich in sie. Er besucht sie nachts heimlich und sie beschließen, zu Pater Lorenzo zu gehen, um sich ohne Wissen ihrer Eltern trauen zu lassen. An diesem Tag aber provoziert Julias Vetter Tybalt Mercutio so, dass die beiden miteinander fechten. Tybalt erschlägt Mercutio. Romeo, der vorbeikommt, nimmt Rache und tötet Tybalt. Der Fürst von Verona, der endlich Frieden zwischen den Familien und in seiner Stadt will, bestraft Romeo, indem er ihn aus Verona verbannt. Romeo verbringt die Nacht noch bei Julia, um anschließend nach Mantua in die Verbannung zu gehen. Julia, die in wenigen Tagen Graf Paris heiraten soll, ist verzweifelt. Sie sucht Pater Lorenzo auf. Der gibt ihr ein Gift, das sie am Abend vor ihrer Hochzeit trinken soll. Es werde sie tot erscheinen lassen. Ihre Eltern würden sie in ihrer Gruft beisetzen lassen. Wenn sie aufwacht, werde Romeo bei ihr sein und sie könnten dann zusammen weggehen. Doch der Plan misslingt, da Romeo die Botschaft mit dem Geplanten nicht erhält, aber von Julias angeblichem Tod erfährt. Er eilt zurück nach Verona und sucht die Gruft auf. Dort begegnet er Paris, der ihn herausfordert. Romeo tötet Paris, entdeckt die ‚tote’ Julia und nimmt ein tödliches Gift zu sich. Bald danach erwacht Julia, findet den toten Romeo neben sich und ersticht sich mit Romeos Dolch. Die beiden Familien sind untröstlich, schließen aber endlich Frieden miteinander. Marianne Höhle schreibt in ihrer Vorbemerkung zu ihrer Nacherzählung erläuternd, dass es sich eigentlich um ein Theaterstück in einer altmodischen Sprache handle, weshalb einige Wörter in dem Buch ungewöhnlich seien. Sie habe dem Stück auch einiges hinzugefügt, um zu erklären, wie das Leben im 16. Jahrhundert gewesen sei. Einiges habe sie auch weggelassen, da ihr Ziel gewesen sei, einen Text zu schreiben, der leicht zu lesen sei. Letzteres ist ihr gut gelungen. Die Kapitel umfassen nie mehr als zwei Seiten, die Sätze sind kurz, es gibt nur wenige Nebensätze. Die Erzählzeit ist das Präsens, in einigen rückblendenden Passagen auch das Präteritum. Nicht immer enden die Zeilen mit einer Phrase: phrasenunterbrechende Zeilensprünge erschweren Leseschwachen die Sinnentnahme. Das ist schade, denn vom Platz her hätten die Zeilen auch anders enden können. M. E. eignet sich diese Nacherzählung weniger, um sie parallel mit einer anderen Version, z. B. zu der Ausgabe von Romeo und Julia in der Reihe Einfach klassisch, für leseschwächere Schüler/innen mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation differenzierend einzusetzen. Das liegt vor allem an den Ergänzungen und Abänderungen, die Höhle vorgenommen hat. Hingegen ist vorstellbar in einem Projekt oder einer Unterrichtsreihe, in der jede/r nach eigener Wahl ein klassisches Theaterstück lesen soll, dieses für diese Leseschwächeren anzubieten.

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